Fijate! Fijate! Stell dir vor, es gäbe einen Bruch zwischen der gefühlten Vergangenheit und der erwarteten Zukunft. Es ist nicht dieser bitterliche kleine Wirklichkeitsverlust gemeint, in den man tritt, von der Zukunft planend in die Nostalgie gerauscht. Nein, ein Bruch. An dieser Stelle gebietet es sich, das Phänomen und die Auswirkungen eines Bruches zu erläutern. Ein reiner Bruch geschieht abrupt, oft unvorhergesehen, und erweist sich als Konseqzenz äußerer Krafteinwirkung. Der Plötzlichkeit des Moments folgt die Besonderheit der Konsequenz. Bricht etwas in zwei Teile, so wird aus einem Ganzen nicht bloß zwei gemacht, das ehemals in sich Ganze ist nun getrennt, so getrennt, dass keine Verbindung besteht. Was nun, wenn man den Bruch nicht auf ein medizinisch-physisches Phänomen reduziert, sondern als psychische Erscheinung, bezogen auf den Längsschnitt einer Biographie, ansieht. Sind die beiden Teile der psychischen Konsistenz einer Person vor und nach einem bruchartigen Geschehen noch als Ganzes zusammenzuführen, so wie man einen Knochenbruch schient und heilt? Sehe ich die junge Frau in ihrem Sommerkleid, flach auf dem Bauch liegend, dann verbleibt für mich nur die verneinende Antwort. Sie liegt von Blumen umgeben, grünes Gras säumt ihr Füße und die kargen Bäume ziehen ein Spinnennetz aus Schatten auf den Friedhof bei Spätmittag. Sie liegt, mit dem Gesicht zur Erde, am Grab ihres gefallenen Freundes. Er starb im Irak-Krieg, 2007.